“Homo-Ehe” am Standesamt: Ist die ÖVP nun dafür? Oder doch nicht?
März 27, 2008 von Oliver
“DerStandard.at” berichtete heute Vormittag, dass die ÖVP (konkret ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer) nun doch ihren Widerstand gegen eine Zeremonie am Standesamt aufgibt. Es sei den homosexuellen PartnerInnen freigestellt, wo und wie sie die Feier der “LebenspartnerInnenschaft” abhalten wollen. Nachmittags klang es schon wieder etwas anders. Möglich, dass die ÖVP das “Eingehen einer LebenpartnerInnenschaft” nur in ausgewählten Standesämtern ermöglichen will.
Erfreulich, dass sich bei der konservativen ÖVP wieder etwas Bewegung abzeichnet, jedoch geht diese viel zu wenig weit. Wieso soll die “Homo-Ehe” nur in ausgewählten Standesämtern ermöglicht werden? Wo bleibt die fremdenrechtliche, sozial- und pensionsrechtliche Gleichstellung? Vom Adoptionsrecht möchte ich gleich gar nicht reden. All das fehlt leider nach wie vor im Entwurf der SPÖ-Justizministerin Maria Berger.
Erschreckend ist zudem die Reaktion des FPÖ-Gleichbehandlungsbeauftragten Karlheinz Klement zur Initiative der “Grünen Andersrum” an Österreichs Schulen. In einer Aussendung ist Folgendes zu lesen: “(…) Die neue Zielgruppe der Grünen sind unsere Kinder. Auf einmal kämpfen die Grünen nicht gegen, sondern für die globale Erwärmung, nämlich an unseren Schulen. Mit ihrer fragwürdigen Kampagne “Total Normal” solle in Zeiten zerfallender Familien, als Erste Hilfe neben dem unnötigen Sexkoffer, nun auch noch ein Schwerpunkt in Richtung sexueller Desorientierung gesetzt werden. (…)”
Diese Aussendung (man/frau beachte die Wortwahl!!) bestätigt nur, dass die rechtsgerichtete FPÖ im VorVorGestern lebt und glücklicherweise keine Regierungsbeteiligung inne hat und hoffentlich auch in der Zukunft nicht haben wird. Die FPÖ fordert unverblümt, dass Österreichs Jugendliche nicht über Sexualität mit all ihren Facetten und Orientierungen informiert werden sollen. Es wird die (falsche Annahme der) heterosexuellen Normativität propagiert. Dies führt zu mehr Intolleranz, weniger Akzeptanz und mehr Homophobie. Die FPÖ ist jedenfalls wieder in ihrem Element - Andere Menschen zu “diffamieren”.