Junge Muslime in Österreich lehnen Gewalt ab
September 13, 2007 von Oliver
Nach der Verhaftung von österreichischen Muslimen, die im März 2007 eine Terrordrohung gegen Österreich und Deutschland via Videobotschaft ausgesprochen haben, ist neuerlich eine Diskussion über die Weigerung junger Muslime, sich in Österreich zu integrieren, und der allgemeinen Terrorgefahr durch radikale Moslems in Europa, losgebrochen. Die FPÖ spricht erwartungsgemäß wieder von einem “Ende der Multikulti-Fantasie” und einer Bedrohung von radikalen Muslimen in Österreich. So schreibt Strache und die FPÖ in einer Presseaussendung: “…die multikulturelle Gesellschaft sei gescheitert, für realitätsblinde Träumerein seien kein Platz und keine Zeit mehr…”.
Dem widerspricht eine aktuelle Studie (Quelle: derStandard.at) der Universität Wien - Institut für Soziologie, welche zeigt, dass sich eine überwältigende Mehrheit junger Muslime der zweiten Generation von jeglicher Art der Gewalt oder des Terrors distanziert und nur eine sehr kleine Minderheit die Integration verweigert. Weiters zeigt die Studie, dass 81 % der jungen Muslime den Islam “kaum praktizieren”. Insbesondere die Einhaltung der 5 Gebete am Tag wird vernachlässigt. Der Fastenmonat Ramadan dagegen ist für 77 % bedeutend.